Holzbau uralt, gegenwärtig und zukunftsweisend ...

Holz: Ein Bau- und Werkstoff,
der seit Jahrtausenden seine Verwendung findet ...

Die Anfänge der Verwendung von Holz reichen weit hinter unser historisches Gedächtnis zurück. Bereits die steinzeitlichen Pfahlbauten sind ein eindrückliches Beispiel für das gleichermaßen bautechnisch-innovative wie kulturbildende Potenzial dieses nachwachsenden Baustoffs.

Es ist schwer vorstellbar, wie sich die Menschheit entwickelt hätte, stünde Holz nicht bereits seit Jahrtausenden als Werk- wie als Baustoff zur Verfügung. Die Antwort bleibt Spekulation, wenn wir danach fragen, wie wir heute arbeiten, wie wir uns fortbewegen würden, wäre Holz zur Entwicklung von Geräten und Fahrzeugen aller Art, für den Schiffbau, für die Entwicklung der Städte im Mittelalter und selbst für den Flugzeugbau zu Beginn des 20. Jahr­hunderts nicht verfügbar gewesen.

Höhepunkt einer handwerklich aufgestellten Holzverarbeitung im großen Stil sind die Fachwerkbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die umfassende Kenntnis der Eigenschaften sowie der Leistungs­fähigkeit von Holz und Holzprodukten in der heute verfügbaren Tiefe sind Resultat des vertrauten Umgangs mit dem Werkstoff während dieser Zeit. Auswahl, Sortierung und Einsatz erfolgen bis heute unter Berücksichtigung der Natürlichkeit des Rohstoffs Holz zielgerichtet, um den vielfältigen Anforderungen an das Endprodukt Haus zu entsprechen.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Holz aus dem Bau nahezu vollständig verdrängt von Stahl und Beton, lediglich Dachtragwerke und Sonderkonstruktionen waren in Holzbauweise. Die seit den 60ern ausgeführten Fertighäuser waren nicht marktrelevant. Es hat sich bis in die Gegenwart vieles geändert: das heutige Grundverständnis des Holzbaus ist entstanden aus beeindruckender technologischer Entwicklung des Holzbaus seit den 80ern: maschinelle Festigkeitssortierung, verbesserte Schnittholzqualitäten, innovative Vollholzprodukte und leistungsfähige moderne Holzwerkstoffe mit neuartigen Verbindungsmittel haben dazu geführt, dass Holz als moderner Baustoff akzeptiert wird. Auch sind gegenüber den früheren standardisierten Fertighäuser individuelle Einer-Serien möglich und üblich.

Die Schaffung von Wohnraum in den Städten ist zwingend erforderlich ...

Pro Jahr müssten aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland mindestens 200.000 Wohnungen neu gebaut werden. Die Realität sieht aber anders aus: Flächenausweitungen sind nur begrenzt möglich, Bauherren und Architekten sind auf Alternativlösungen angewiesen.

Im Städtebau sind Konzepte, die die Stadtränder und Speckgürtel von Großstädten ausdehnen, gestoppt. Wir können uns den Flächenverbrauch und die unverhältnismäßigen Aufwände für Ver- und Entsorgungsinfrastruktur nicht mehr leisten. Der Grundstücksbedarf einer 120 qm Wohneinheit im geschlossenen städtebaulichen Umfeld benötigt als freistehendes Einfamilienhaus auf der grünen Wiese das Dreifache an Fläche, d.h. die Schaffung von Wohnraum in den Städten ist zwingend notwendig.

Erste Anfänge im Holzbau waren Skelettbauweisen in Anlehnung an die Fachwerkbauweise. In den 70ern wurde die z. B. in Amerika seit 100 Jahren bekannte Holzrahmenbauweise für den deutschsprachigen Raum wiederentdeckt. Auch schon früher wurde in Holzrahmenbauweise im Geiste des neuen Bauens z. B. 1927 die Weißenhofsiedlung in Stuttgart von Richard Döker gebaut.

In den Medien und in der Literatur findet man inzwischen einige Beispiele für modernes Bauen mit Holz in den Großstädten. Die bekanntesten Beispiele sind „Wohnquartier Klara Zenit“ auf dem Dach der ehemaligen Postbank in der Stockholmer Innenstadt, Aufstockungen in München, Modernisierung einer alten Wohnanlage in Neu-Ulm unter dem Stichwort „Nachverdichtung“, Veranstaltungen zum Thema Nachverdichtung werden u.a. vom „Holzbau Deutschland Institut e.V.“ organisiert.

Möglich wurden solche Projekte dadurch, dass wissenschaftlich festgestellt wurde, dass moderne Holzbauten eine lange Lebensdauer und hohe Wertbeständigkeit aufzuweisen haben und nicht zuletzt erfüllen moderne Holzbauweisen die brandschutztechnischen Anforderungen. Im Rahmen der Novellierung der Musterbauordnung (MBO) im Jahre 2002 wurde die Möglichkeit geschaffen, bis zu fünfgeschossige Gebäude in Holzbauweise errichten zu können.  

In Schweden wurden die Bauvorschriften sogar gravierend geändert, weg von der bauwerks- und bauteil-bezogenen Beschreibung hin zu einer Beschreibung von Funktionsanforderungen. Damit folgt für Schweden keine Höhenbeschränkung für Gebäude in Holzbauweise, gleiches gilt für Norwegen, Großbritannien, Frankreich und Italien. In Österreich dürfen Gebäude bis zu einem Fluchtniveau von 22 m errichtet werden, in der Schweiz sind bis zu 6 Stockwerke und in Finnland bis zu 8 Stockwerke erlaubt. Auch in unserer Region ist die schnelle Schaffung von neuem und ökologischem Wohnraum zwingend erforderlich. Das geht aber nur, wenn man in die Höhe baut. Hier kommt der Baustoff Holz ins Spiel ...

Die Vorteile der Holzbauweise sind deutlich:

  • Möglichkeit der Nachverdichtung in Innenstädten durch  im Vergleich zu Stahl und Beton leichten Konstruktionen
  • Holz als natürlicher, nachwachsender Rohstoff,  umweltschonendes und energiesparendes Bauen
  • Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben •    Individuelle und moderne Architektur
  •  Hohe Qualität, schnelles Bauen ohne Mehraufwand
  • lange Lebensdauer und hohe Wertbeständigkeit ohne Mehrkosten

Holzbau Henz ist erfahren und vorbereitet auf die Anforderungen des Marktes. Wir freuen uns, wenn zukünftig städtebauliche Konzepte mit Holz realisiert werden.

In Anlehnung an einen Artikel von Ludger Dederich in „Informationsdienst Holz“

 

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